25 Jahre Suppenküche Pankow

Mit einem Teller Suppe ist es nicht getan. Wer den Weg in Petra Rothes sonnendurchflutes Zimmerchen findet, der findet auch aus dem Schlamassel seines Lebens wieder heraus. Bei der Sozialarbeiterin der Suppenküche Pankow ist jeder willkommen.

Ob arm, psychisch krank, verwahrlost, obdachlos oder sonstwie gestrauchelt – die Frau mit dem offenen Lachen sieht immer genau hin, wer da vor ihr sitzt. Jeder Mensch hat seine Geschichte, sagt sie. Seine Würde verliert er nie:

„Man darf nicht vergessen, wir sind hier bei den Franziskanern. Wir nehmen alle Menschen so an, wie sie denn da so kommen. Wir geben keine Wertung ab. Für uns ist keiner schlechter oder besser, nur weil der eine trinkt und der andere Drogen nimmt. Für uns darf er hier Mensch sein.“

Seit 25 Jahren gibt es die Suppenküche Pankow, seit 15 Jahren ist Petra Rothe mit dabei. Sozialarbeit ohne Missionsdrang – darum geht es ihr. Jeder hat das Recht, so zu leben, wie er will. Retten will sie keinen, aber jedem Hilfe leisten, der danach fragt. Sie regelt Rentenansprüche, hilft beim Antrag auf einen Personalausweis, organisiert eine Unterkunft, und manchmal hat sie auch einfach nur ein offenes Ohr.

So kam ich dazu, die Geschichte von Lutz Baumann zu erzählen. Einer der sich in seiner größten Krise in der Gesellschaft obdachloser Säufer wieder fand. Der Ausstieg ist ihm gelungen. Und er ist einer der wenigen ehemals Obdachlosen, der darüber sprechen mag.

“Sonntags – TV fürs Leben”, 10.4.2016, 9 Uhr, ZDF

ZDF-Mediathek: Mit Almosen gegen Armut?  ab Minute 24:03