Eine Frau sitzt auf der Uferböschung der Spree. Sie schaut zu einem Ausflugsschiff.

Auch so geht Flucht

Ein sonniger Oktobertag in Berlin. Unweit des Bundeskanzleramts sitzt eine Frau am Ufer der Spree und schaut auf die Ausflugsboote. Die gutgelaunten Passagiere winken uns, dem Drehteam, fröhlich zu. Irgendwie merkwürdig, diese Welt, denke ich. Zur gleichen Zeit sind Boote mit Flüchtlingen auf einer hochriskanten Reise übers Mittelmeer unterwegs. Nicht alle werden das sichere Ufer erreichen. Und hier sitzt Rayan aus Damaskus im Frieden und wir machen einen kleinen Film über sie.

„Übers Meer, mit viel zu vielen Menschen in einem kleinen Schlauchboot, das wäre mir zu gefährlich“, sagt Rayan. Die 38jährige hat einen anderen Weg gefunden, um dem Krieg in Syrien zu entfliehen. Sie kam mit dem Flugzeug nach Deutschland, mit einem Studentenvisum in der Tasche. Die studierte Pharmazeutin war in ihrer Heimatstadt im Management eines US-Kosmetikkonzerns tätig. Als der sich aus Syrien zurückzog, verlor sie ihre Arbeit. Eine deutsche Geschäftsfreundin gab ihr den Tipp, es mit einem Studentenvisum zu versuchen. Rayan, wissbegierig und lernfreudig, hielt es für eine gute Idee, noch einmal zu studieren, und sei es in Deutschland. Bei der Familie der Freundin fand sie nach ihrer Ankunft vorübergehend ein Zuhause. Am 1. November tritt sie ein Praktikum bei einem Hightech-Zulieferer für die Biopharmaindustrie an. Rayan macht ihren Weg. Doch ihr großer Kummer ist, dass die beiden kleinen Töchter noch immer in Damaskus sind.

Die ganze Geschichte? Am Sonntag im ZDF.

“Sonntags – TV fürs Leben”, 11.10.2015, 9 Uhr, ZDF

ZDF-Mediathek: Der Beitrag ist inzwischen aus dem Programm genommen.