Olderdissen in Olderdissen

Rockband Randale auf Bühne im Heimathafen Neukölln

“Wer war schon mal in Olderdissen?“ fragte der Sänger sein Publikum. „Ich, ich“, rief ich und riss die Arme hoch. Nur konnte er mich weder hören noch sehen. Ich stand zu weit weg, beim Randale-Milchsalon-Konzert im Heimathafen Neukölln. Und ich war auch noch die Einzige im vollen Saal, die jubelnd seine Frage verstand. In Berlin kennt doch keiner den Tierpark Olderdissen. Der liegt in Bielefeld, wo die Kinderrockband Randale herkommt. Auf dem ehemaligen Bauernhof am Waldesrand gibt es jede Menge heimisches Viehzeug. Bielefelder Familien pilgern beim Aufwachsen ihrer Kleinkinder gefühlte 100 Mal hin, um Esel, Uhus und Wölfe zu bestaunen.

“Aus Olderdissen kommen wir” heisst eines der Randale-Lieder. Die Kinderrocker sind so was wie die Heimcombo des Schnuckelzoos. Konsequent hiess ihr Debut-Album „Tierparklieder aus Olderdissen”. Ist schon länger her. Aber ich muss immer noch schmunzeln. Erst recht, wenn ich bei Youtube „Olderdissen“ eingebe. Da kommen Videos über Auftritte der Band und  Filmchen über Luchsbabys oder Bären im Schnee, alles gedreht in Olderdissen, wo sonst. Aber kein einziger meiner Fernsehbeiträge. Aus rechtlichen Gründen darf ich ja keine einstellen. Schade eigentlich*.

Meinem spontanen Ausruf schickte ich noch hinterher: „Ich heiße auch so!“ Das finde ich amüsant, diese Namensverwandtschaft. Eine persönliche Verbindung zum Tierpark habe ich nämlich nicht. Rund um Bielefeld gibt es zwar eine deutliche Häufung des seltenen Familiennamens. Auch mein Vater stammte aus Bielefeld. Aber mit dem früheren Besitzer des Meierhof Olderdissen sind wir nicht verwandt. Sonst wäre ich heute vielleicht Zoodirektorin.

*: aktuelle Fernsehbeiträge von mir befinden sich in der Mediathek von ARD und ZDF